Porträt - Flugdirektion und Missions Operations Leading

Jung, locker, verantwortungsvoll - Edith Maurer und Alessandro Codazzi steuern den Radarsatelliten TerraSAR-X

Missions Operations Team Leader Alessandro Codazzi

Tests am Boden und die Feuertaufe im All

So haben die beiden Flugingenieure auch die spannenden Momente überstanden, als sie zum ersten Mal das Kommando für TerraSAR-X im Orbit übernommen haben: "Einen Satelliten am Boden zu Testen ist etwas anderes, als ihn dann im All mit sieben Kilometer pro Sekunde zu fliegen, so etwas kann man nicht simulieren," sagt Codazzi. Das Team musste den Satelliten mit seinen Möglichkeiten und Grenzen im All erst nach und nach kennen lernen. So fiel der Satellit zum Beispiel bei den ersten Lageregelungen sofort in den Safemodus zurück. "In diesem Moment galt es Ruhe zu bewahren", erinnert sich Alessandro Codazzi: "Wir haben das System immer wieder hochgefahren, wieder Daten empfangen und genau kontrolliert." Bald war den Flugingenieuren klar, dass es sich um einen kleinen Programmierfehler handelte. "Solche Fehler treten oft am Anfang von Missionen auf. Für uns war wichtig zu erleben, dass unser Team gut reagiert und den Fehler sofort reparieren konnte."

Drehmanöver im All für den Blick auf die Polkappen

Aus den aufregenden Zeiten der Testphasen im Orbit ist in der Zwischenzeit Routine geworden. Im Auftrag vieler Forscher scannen sie täglich ausgewählte Gebiete der Erde ab. Großes Interesse besteht dabei an Radarbildern aus Deutschland und Europa. Bei Natur- und Umweltkatastrophen richten sie den Satelliten unter anderem im Auftrag des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) aus. Diese Daten, aufbereitet beim Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD), bieten Hilfsorganisationen eine wichtige Grundlage bei der Planung und Durchführung ihrer Hilfsaktionen.

TerraSAR-X und TanDEM-X im Formationsflug

Vor allem den inzwischen regelmäßig angeforderten Blick auf die Polkappen muss das TerraSAR-X-Team gut planen: Im normalen Flugbetrieb schaut der Satellit nach rechts, er scannt also in Flugrichtung das Gebiet rechts unter sich ab. Damit er beim Flug über die Polgebiete der Erde nicht ins Leere blickt, müssen Edith Maurer und Alessandro Codazzi den Satelliten bei Aufnahmen der Polargebiete drehen und ein so genanntes "Left-looking-Manöver" einleiten. "Das alles fängt mit Programmcodes an und einer langen Liste an Regeln, die bei der Kommandogenerierung beachtet werden müssen", beschreibt Edith Maurer die Kommunikation mit dem Satelliten. "Daraus generiert der Computer Kommandozeilen, die wir nach zahlreichen Checks am Ende zum Satelliten senden.&qu

Möglichkeiten für Erfahrungen – Erfolge und auch Fehler

Alessandro Codazzi und Edith Maurer sind Stolz auf das Vertrauen, das ihnen mit der Verantwortung für TerraSAR-X entgegengebracht wurde: "Wir haben hier die Möglichkeit unsere Erfahrungen zu machen – und unsere Fehler. In einem Team ist es wichtig, dass jeder Verantwortung übernimmt und die Möglichkeit hat, sich zu beweisen. So versuchen wir es in unserem Team umzusetzen", sagt Alessandro.

Als nächstes bereiten sich die beiden Flugingenieure auf den Start des zweiten deutschen "Radarauges" TanDEM-X im Oktober 2009 vor, ein nahezu baugleicher Satellit, der zusammen mit TerraSAR-X im Formationsflug um die Erde kreisen wird. Beide Satelliten haben dadurch einen Stereoblick auf die Erde und sollen ein dreidimensionales Höhenmodell der Erde erstellen. "Mit TanDEM-X gehen wir noch weiter, dann gilt es die beiden Kontrollteams zu koordinieren und die Satelliten im Formationsflug zu steuern. Das wird noch einmal ein Entwicklungsschritt für uns", sagt Alessandro Codazzi.

Beide gehen fest davon aus, dass sie TerraSAR-X noch über die geplante Missionsdauer bis 2012 hinaus kommandieren werden: "Der Satellit ist gut gebaut, der wird noch eine ganze Weile halten", sagt Codazzi, der ihn so gut kennt wie nur wenige andere.

Kontakt

Dorothee Bürkle

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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