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Rolls-Royce

Rolls-Royce ist ein weltweit führender Hersteller von Antriebssystemen und in Deutschland mit seinen Geschäftsbereichen Zivile Luftfahrt, Militärische Luftfahrt, Schiffstechnik und Power Systems vertreten.

Aufbauend auf einer über neunzigjährigen Tradition geschäftlicher Aktivitäten im Land hat Rolls-Royce seine Präsenz zuletzt stark ausgebaut. Innerhalb des Konzerns hat Deutschland mit fast 12.000 Mitarbeitern an mehr als einem Dutzend Standorten nach dem Vereinigten Königreich nunmehr die zweitgrößte Belegschaft.

Rolls-Royce Deutschland ist seit 1990 (damals noch als Joint Venture BMW Rolls-Royce) mit eigenen Standorten präsent und in der Luftfahrtindustrie aktiv. Seit August 2014 gehört zudem Rolls-Royce Power Systems vollständig zu Rolls-Royce. Das deutsche Traditionsunternehmen mit Sitz in Friedrichshafen firmierte vormals unter dem Namen Tognum und liefert Großmotoren, Antriebssysteme und dezentrale Energieanlagen. Der Jahresumsatz 2015 von 13,4 Milliarden britischen Pfund stammt etwa zur Hälfte aus dem Servicegeschäft. Der Gesamtauftragsbestand lag 2015 bei 76,4 Milliarden britischen Pfund.

2015 investierte Rolls-Royce 1,2 Milliarden britische Pfund in Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen unterstützt ein weltweites Netzwerk von 31 universitären Technologiezentren (UTC). Sie bilden Schnittstellen zwischen den Ingenieuren des Unternehmens und der wissenschaftlichen Spitzenforschung.

Rolls-Royce beschäftigt über 55.000 Mitarbeiter in 46 Ländern – darunter mehr als 15.700 Ingenieure.

Rolls-Royce engagiert sich stark für die Nachwuchsgewinnung und investiert in die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter. Weltweit hat das Unternehmen über 1.000 aktive MINT-Botschafter, die sich im Rahmen von Bildungsprogrammen engagieren. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen mit seinem MINT-Aktivitäten sechs Millionen Menschen erreicht haben.

Rolls-Royce in Deutschland


Die deutschen Rolls-Royce Standorte haben sich in den vergangenen über zwei Jahrzehnten innerhalb der weltweiten Rolls-Royce Gruppe als wichtige Produktionsstandorte etabliert. Das Investitionsvolumen für den Aufbau der deutschen Standorte und die Entwicklung der erfolgreichen BR700 Triebwerksfamilie beträgt 2,3 Milliarden Euro.

Mit Investitionen von mehr als 200 Millionen Euro in den modernen Standort Dahlewitz hat Rolls-Royce nachhaltig den Prozess der deutschen Wiedervereinigung unterstützt. Rolls-Royce fördert die Ansiedlung neuer Unternehmen in der Luftfahrtregion Berlin-Brandenburg und trägt entscheidend zu Brandenburgs Exportrate bei.


1990 gründete Rolls-Royce mit BMW ein deutsches Unternehmen, um zivile Strahltriebwerke für den weltweiten Markt zu entwickeln. Rolls-Royce Deutschland, seit 2000 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Rolls-Royce plc, ist Deutschlands einziger behördlich genehmigter Triebwerkshersteller mit Entwicklungs-, Herstellungs- und Instandhaltungsbetriebszulassung für moderne zivile und militärische Turbinentriebwerke.

Rolls-Royce Deutschland ist maßgeblich an deutschen und europäischen Technologieprogrammen zur Entwicklung noch effizienterer und umweltverträglicherer Triebwerke beteiligt und kooperiert mit zahlreichen deutschen Forschungseinrichtungen, darunter viele Universitäten und auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit der BTU Cottbus, der TU Dresden, TU Darmstadt und der Universität Karlsruhe hat Rolls-Royce seine Zusammenarbeit bereits in Form von universitären Technologiezentren (UTC) langfristig institutionalisiert. Die UTCs arbeiten auf der Basis eines langfristigen, finanziell abgesicherten Konzepts, wodurch eine kontinuierliche Forschungsarbeit gewährleistet wird.

Seit Jahrzehnten arbeitet Rolls-Royce mit führenden deutschen und internationalen Unternehmen zusammen. Beispiele für diese Zusammenarbeit sind das Hubschraubertriebwerk Model 250, das Turbo-Union RB199 Triebwerk, welches in den Tornados der deutschen Luftwaffe zum Einsatz kommt und das EJ200 Triebwerk für den Eurofighter Typhoon.

In Zusammenarbeit mit deutschen Partnern liefert, produziert und betreut Rolls-Royce Triebwerke für deutsche und internationale Kunden. Derzeit sind 2.200 Rolls-Royce Triebwerke in Deutschland im Einsatz. Neben namhaften Linien- und Charter-Fluggesellschaften setzt auch die Bundeswehr Triebwerke von Rolls-Royce in Flugzeugen und Hubschraubern ein. Die Airbus A330, A340 und A380 Flugzeuge der Lufthansa werden von Rolls-Royce Trent Triebwerken angetrieben.

Auch in den Bereichen Energieerzeugung, Öl und Gas kommen Industriegasturbinen des Unternehmens in Deutschland zum Einsatz. Im Marktsegment Schiffstechnik ist Rolls-Royce ein weltweit führender Anbieter von integrierten Antriebsystemen. In Hamburg sind 40 Mitarbeiter bei Rolls-Royce Marine Deutschland beschäftigt.

Rolls-Royce Deutschland unterstützt die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ beim Aufbau eines Qualifizierungsprogramms für pädagogische Fachkräfte aus Horten und Grundschulen. Beide Akteure wollen damit die Bildungschancen von Kindern verbessern, Technikkompetenz in der Gesellschaft stärken und Innovationsfreude fördern.
An den Standorten Dahlewitz und Oberursel besteht ein Patenprogramm, in dessen Rahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pädagogische Fach- und Lehrkräfte in Kitas, Horten und Grundschulen bei ihrer Bildungsarbeit im Bereich Naturwissenschaften, Mathematik und Technik unterstützen.

Rolls-Royce Power Systems betreibt unter anderem die „MTU Umweltstiftung“, die sich für den Schutz der ökologischen Vielfalt des Bodensees einsetzt, und unterstützt das Europäische Zentrum für Nachhaltigkeitsforschung an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.

An den Standorten Dahlewitz bei Berlin und Oberursel bei Frankfurt/Main beschäftigt Rolls-Royce Deutschland über 3.500 Mitarbeiter.

Standort Dahlewitz

Am Standort Dahlewitz befindet sich die Entwicklung und Endmontage aller BR700 Triebwerke. Die Erfolgsgeschichte der Triebwerke dieser Baureihe spiegelt sich in mehr als 16 Millionen akkumulierten Betriebsstunden wider. Als Kompetenzzentrum für Zweiwellentriebwerke ist der Standort Dahlewitz außerdem für die Triebwerksbaureihen Tay, Spey und Dart verantwortlich. Insgesamt betreut Rolls-Royce Deutschland weltweit über 5.000 im Dienst befindliche Triebwerke.

Die Triebwerke der BR700 Familie sind die ersten deutschen zivilen Strahltriebwerke mit internationaler Zulassung. Sie zeichnen sich durch niedrige Betriebskosten, hohe Wartungsfreundlichkeit und ihre einzigartige Umweltverträglichkeit aus. Das Rolls-Royce BR710 ist das einzige Triebwerk der Langstrecken-Geschäftsreiseflugzeuge Gulfstream G500 und Gulfstream G550 sowie der Bombardier Global 5000 und 6000. Die hundertsitzige Boeing 717-200 wird von zwei Rolls-Royce BR715 Turbofans angetrieben.
Das BR725 ist das modernste Produkt aus der BR700 Triebwerksfamilie. Mit seinen fortschrittlichen Technologien und herausragenden Leistungsparametern setzt es neue Standards bei Antrieben im Top-Segment von Ultra-Langstrecken-Geschäftsreiseflugzeugen. Das BR725 treibt die neue Gulfstream G650 an, die Ende 2012 in Dienst gestellt wurde.

Am Standort Dahlewitz befindet sich auch eine Endmontagelinie für das IAE V2500 Triebwerk. Das V2500 ist ein Zweiwellen-Triebwerk für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge und wird im Airbus A319, A320 und A321 sowie im A319 Corporate Jet eingesetzt.

2008 begann Rolls-Royce in Dahlewitz mit den Bauarbeiten zu seinem neuen Mechanical Test Operations Centre (MTOC). Mit einem Investitionsvolumen von 65 Millionen Euro entstand ein für den gesamten Rolls-Royce Konzern agierendes Versuchszentrum zur Prüfung und Bewertung jeglichen mechanischen und strukturellen Verhaltens von Gasturbinenkomponenten. MTOC stellt für alle Rolls-Royce Geschäftsbereiche Testfähigkeiten für heutige und künftige Triebwerksprogramme während ihrer Entwicklungs-, Produktions- und Inbetriebphasen bereit. In dem Zentrum werden 70 hochqualifizierte Ingenieure und Techniker arbeiten. Bis zu 40 verschiedene Tests können in dem 7000 Quadratmeter großen Testzentrum durchgeführt werden, so zum Beispiel Schleudertests, Betriebsfestigkeitstests, Vibrationstests und Materialtests. Die offizielle Eröffnung des Testzentrums fand im Mai 2010 statt. Anfang 2011 erreichte MTOC seine volle Testkapazität.

Im November 2014 wurde in Dahlewitz ein neuer Entwicklungs-Prüfstand für zivile Großtriebwerke eröffnet. Damit kann Rolls-Royce auch die größten und stärksten Triebwerke der Trent-Familie in Deutschland testen. 

2015 wurden insgesamt 609 Neubau-Triebwerke ausgeliefert, bis zum heutigen Tag insgesamt mehr als 6.500 Triebwerke (Stand 03/2016). Vom Operations Centre Dahlewitz aus betreuen Rolls-Royce Service-Ingenieure rund um die Uhr über 7.700 (Stand 02/2016) weltweit im Dienst befindliche Triebwerke.

Derzeit entsteht in Dahlewitz ein neues Prüfzentrum für Reduktionshauptgetriebe. Diese werden in künftigen Rolls-Royce Triebwerken mit ultrahohem Nebenstromverhältnis zur Anwendung kommen.

Standort Oberursel

Der Standort Oberursel hat sich im Rolls-Royce Konzern als anerkannter Produktionsstandort etabliert. Mit modernster Fertigungstechnologie werden dort High-Tech-Komponenten für zahlreiche Rolls-Royce Triebwerksprogramme hergestellt. Der Standort ist zudem Instandhaltungs- und Wartungszentrum für Kleingasturbinen für zahlreiche militärische und zivile Anwendungen.

Im Rahmen des TP400-D6-Programms – der europäischen Antriebslösung für den Airbus-Militärtransporter A400M – wurde Rolls-Royce Deutschland die Zuständigkeit für technisch anspruchsvolle Module, wie zum Beispiel den Hochdruckverdichter, übertragen. Weiterhin ist Rolls-Royce Deutschland für die Systemintegration des Triebwerksprogramms verantwortlich.

Rolls-Royce legte in Thüringen einen weiteren Grundstein für sein dauerhaftes Engagement in Deutschland. Gemeinsam mit Lufthansa Technik wurde in Arnstadt das Joint Venture "N3 Engine Overhaul Services" gegründet. In diesem hochmodernen Wartungszentrum werden Rolls-Royce Triebwerke der Baureihen Trent 500, 700 und 900 für führende europäische, amerikanische und afrikanische Airlines instandgesetzt und überholt.