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Wann ist eigentlich Ostern?

Der Heilige Abend ist in jedem Jahr am 24. Dezember. Aber wann ist eigentlich Ostern? Mal ist es früh im Jahr, Ende März - mal spät, erst Ende April. Verantwortlich für den Ostertermin sind die Phasen des Mondes, der astronomische Frühlingsbeginn und Papst Gregor XIII.

Im frühen Christentum feierten verschiedene Gemeinden das Osterfest an unterschiedlichen Tagen. Deshalb wurde im Jahr 325 auf dem Konzil von Nicäa die Datumsbestimmung für den Ostersonntag festgelegt: Der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang am 21. März (auf der nördlichen Erdhalbkugel) sollte der Ostersonntag sein.

Zehn Tage ausgelassen

Aber endgültig war diese Lösung nicht, denn das Jahr war im damals geltenden Julianischen Kalender um 11 Minuten und 14 Sekunden gegenüber dem Sonnenjahr (also der Zeit, die die Erde für einen Umlauf um die Sonne tatsächlich braucht) zu lang. Zu Lebzeiten von Papst Gregor XIII. betrug die Abweichung vom Sonnenlauf bereits zehn Tage, so dass es bei der Bestimmung des Ostertermins zu Ungenauigkeiten kam. Das war für den Papst im Jahr 1582 ein wesentlicher Anlass, den Kalender zu reformieren.

Kalenderreformator Papst Gregor XIII.

Damit der Frühlingsanfang (Tag-und-Nacht-Gleiche), wie auf dem Konzil von Nicäa festgelegt, wieder auf den 21. März fiel, ließ Papst Gregor XIII. 1582 die angesammelten zehn Tage überspringen. In einigen römisch-katholischen Ländern folgte auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, gleich Freitag, der 15. Oktober 1582. Der nach ihm benannte Gregorianische Kalender löste im Laufe der Jahrhunderte die meisten anderen Kalenderformen ab und gilt heute weltweit.

Heute berechnet der Computer

Die Bestimmung des Osterdatums blieb allerdings recht kniffelig, da sich der Gregorianische Kalender zum einen am Sonnenjahr mit rund 365 Tagen orientiert, zum anderen Ostern über den (Voll-)Mond definiert ist. Daher ließen die mittelalterlichen Kalendermacher stets im Verborgenen einen Mondkalender mit durchs Jahr laufen. Mit anderen Worten, unser Kalender ist ein so genannter Lunisolarkalender, weil er sowohl auf dem Sonnen- als auch auf dem Mondlauf fußt. Der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß hat im Jahr 1800 eine einfache Formel zur Berechnung des Ostertermins aufgestellt, die in jüngster Zeit der Mathematiker Heiner Lichtenberg in eine modifizierte, leicht in ein Computerprogramm übertragbare Form gebracht hat, nachzulesen bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig.

Ostern findet demnach frühestens am 22. März und spätestens am 25. April statt. Dieses Jahr werden die Ostereier am 12. April versteckt.

 

Quelle: www.dlr.de/astronomie2009