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Rolls-Royce

Rolls-Royce ist ein weltweit führender Hersteller von Antriebssystemen und in Deutschland mit seinen Geschäftsbereichen Zivile Luftfahrt, Verteidigung und Power Systems vertreten.    

Aufbauend auf einer über neunzigjährigen Tradition geschäftlicher Aktivitäten im Land hat Rolls-Royce seine Präsenz zuletzt stark ausgebaut. Innerhalb des Konzerns hat Deutschland mit rund 10.000 Mitarbeitern an elf Standorten nach dem Vereinigten Königreich nunmehr die zweitgrößte Belegschaft.    

Rolls-Royce Deutschland ist seit 1990 (damals noch als Joint Venture BMW Rolls-Royce) mit eigenen Standorten präsent und in der Luftfahrtindustrie aktiv. Seit 2014 gehört zudem Rolls-Royce Power Systems vollständig zu Rolls-Royce. Das deutsche Traditionsunternehmen mit Sitz in Friedrichshafen liefert Großmotoren, Antriebssysteme und dezentrale Energieanlagen.

Jedes Jahr investiert Rolls-Royce mehr als eine Milliarde britische Pfund in Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen unterstützt ein weltweites Netzwerk von 29 universitären Technologiezentren (UTC). Sie bilden Schnittstellen zwischen den Ingenieuren des Unternehmens und der wissenschaftlichen Spitzenforschung.  

Rolls-Royce beschäftigt über 50.000 Mitarbeiter in mehr als 40 Ländern – darunter mehr als 15.000 Ingenieure.  

Rolls-Royce engagiert sich stark für die Nachwuchsgewinnung und investiert in die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter. Weltweit hat das Unternehmen über 1.000 aktive MINT-Botschafter, die sich im Rahmen von Bildungsprogrammen engagieren. Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen mit seinem MINT-Aktivitäten sechs Millionen Menschen erreicht haben.

Rolls-Royce in Deutschland


Die deutschen Rolls-Royce Standorte haben sich in innerhalb der weltweiten Rolls-Royce Gruppe als wichtige Entwicklungs- und Produktionsstandorte etabliert. Das Investitionsvolumen für den Aufbau der deutschen Standorte und die Entwicklung der erfolgreichen BR700 Triebwerksfamilie beträgt rund vier Milliarden Euro.

1990 gründete Rolls-Royce mit BMW ein deutsches Unternehmen, um zivile Strahltriebwerke für den weltweiten Markt zu entwickeln. Rolls-Royce Deutschland, seit 2000 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Rolls-Royce plc, ist Deutschlands einziger behördlich genehmigter Triebwerkshersteller mit Entwicklungs-, Herstellungs- und Instandhaltungsbetriebszulassung für moderne zivile und militärische Turbinentriebwerke.

Rolls-Royce Deutschland ist maßgeblich an deutschen und europäischen Technologieprogrammen zur Entwicklung noch effizienterer und umweltverträglicherer Triebwerke beteiligt und kooperiert mit zahlreichen deutschen Forschungseinrichtungen, darunter viele Universitäten und auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit der BTU Cottbus, der TU Dresden, TU Darmstadt und der Universität Karlsruhe hat Rolls-Royce seine Zusammenarbeit bereits in Form von universitären Technologiezentren (UTC) langfristig institutionalisiert. Die UTCs arbeiten auf der Basis eines langfristigen, finanziell abgesicherten Konzepts, wodurch eine kontinuierliche Forschungsarbeit gewährleistet wird.    

Seit Jahrzehnten arbeitet Rolls-Royce mit führenden deutschen und internationalen Unternehmen zusammen. Beispiele für diese Zusammenarbeit sind das Hubschraubertriebwerk Model 250, das Turbo-Union RB199 Triebwerk, welches in den Tornados der deutschen Luftwaffe zum Einsatz kommt und das EJ200 Triebwerk für den Eurofighter Typhoon.    

In Zusammenarbeit mit deutschen Partnern liefert, produziert und betreut Rolls-Royce Triebwerke für deutsche und internationale Kunden. Neben namhaften Linien- und Charter-Fluggesellschaften setzt auch die Bundeswehr Triebwerke von Rolls-Royce in Flugzeugen und Hubschraubern ein.  

Rolls-Royce Deutschland unterstützt die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ beim Aufbau eines Qualifizierungsprogramms für pädagogische Fachkräfte aus Horten und Grundschulen. Beide Akteure wollen damit die Bildungschancen von Kindern verbessern, Technikkompetenz in der Gesellschaft stärken und Innovationsfreude fördern. An den Standorten Dahlewitz und Oberursel besteht ein Patenprogramm, in dessen Rahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pädagogische Fach- und Lehrkräfte in Kitas, Horten und Grundschulen bei ihrer Bildungsarbeit im Bereich Naturwissenschaften, Mathematik und Technik unterstützen.    

Rolls-Royce Power Systems betreibt unter anderem die „MTU Umweltstiftung“, die sich für den Schutz der ökologischen Vielfalt des Bodensees einsetzt, und unterstützt das Europäische Zentrum für Nachhaltigkeitsforschung an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.

An den Standorten Dahlewitz bei Berlin und Oberursel bei Frankfurt/Main beschäftigt Rolls-Royce Deutschland rund 4.000 Mitarbeiter.

Standort Dahlewitz

Am Standort Dahlewitz befindet sich die Entwicklung und Endmontage der BR700 und der Pearl 15 Triebwerke. Als Kompetenzzentrum für Zweiwellentriebwerke ist der Standort Dahlewitz außerdem für die Triebwerksbaureihen Tay, Spey und Dart verantwortlich. Insgesamt betreut Rolls-Royce Deutschland weltweit über 8.000 im Dienst befindliche Triebwerke.

Die Triebwerke der BR700 Familie sind die ersten deutschen zivilen Strahltriebwerke mit internationaler Zulassung. Sie zeichnen sich durch niedrige Betriebskosten, hohe Wartungsfreundlichkeit und ihre einzigartige Umweltverträglichkeit aus. Das Rolls-Royce BR710 ist alleiniger Anrieb der Langstrecken-Geschäftsreiseflugzeuge Gulfstream G500 und Gulfstream G550 sowie der Bombardier Global 5000 und 6000. Die hundertsitzige Boeing 717-200 wird von zwei Rolls-Royce BR715 Turbofans angetrieben. Das BR725 ist das modernste Produkt aus der BR700 Triebwerksfamilie. Mit seinen fortschrittlichen Technologien und herausragenden Leistungsparametern setzt es neue Standards bei Antrieben im Top-Segment von Ultra-Langstrecken-Geschäftsreiseflugzeugen. Das BR725 treibt die Gulfstream G650 und G650ER an, die Ende 2012 in Dienst gestellt wurde.  

Auch das neue Pearl 15 Triebwerk, das die neuen Bombardier Global 5500 und 6500 Flugzeuge antreibt, wurde am Standort entwickelt und wird in diesem Jahr in Dienst gestellt.

2010 eröffnete Rolls-Royce in Dahlewitz das neue Mechanical Test Operations Centre (MTOC). Mit einem Investitionsvolumen von 65 Millionen Euro entstand ein für den gesamten Rolls-Royce Konzern agierendes Versuchszentrum zur Prüfung und Bewertung jeglichen mechanischen und strukturellen Verhaltens von Gasturbinenkomponenten. MTOC stellt für alle Rolls-Royce Geschäftsbereiche Testfähigkeiten für heutige und künftige Triebwerksprogramme während ihrer Entwicklungs-, Produktions- und Inbetriebphasen bereit. In dem Zentrum werden 70 hochqualifizierte Ingenieure und Techniker arbeiten. Bis zu 40 verschiedene Tests können in dem 7000 Quadratmeter großen Testzentrum durchgeführt werden, so zum Beispiel Schleudertests, Betriebsfestigkeitstests, Vibrationstests und Materialtests.     

Im November 2014 wurde in Dahlewitz ein neuer Entwicklungs-Prüfstand für zivile Großtriebwerke eröffnet. Damit kann Rolls-Royce auch die größten und stärksten Triebwerke der Trent-Familie in Deutschland testen. 2017 wurde am Standort eine neue Produktionslinie für das effizienteste Großtriebwerk der Welt, das Trent XWB, eröffnet. Sie ergänzt die Hauptproduktionslinie im britischen Derby und stellte bereits über 100 Triebwerke fertig.

Ein Prüfzentrum für Reduktionshauptgetriebe wurde 2017 offiziell eröffnet und seit Januar 2019 betreibt das Unternehmen in Dahlewitz ein Zentrum für Künstliche Intelligenz.    

Im Jahr 2019 unterschrieben Rolls-Royce und das Land Brandenburg eine Absichtserklärung, in Brandenburg ein Zentrum für hybrid-elektrische Antriebssysteme zu etablieren.

Bis zum heutigen Tag wurden in Dahlewitz insgesamt rund 7.500 Triebwerke gebaut und ausgeliefert. Vom Business Aviation Availabilty Centre Dahlewitz aus betreuen Rolls-Royce Service-Ingenieure rund um die Uhr über 8.000 weltweit im Dienst befindliche Triebwerke.

Standort Oberursel

Der Standort Oberursel hat sich im Rolls-Royce Konzern als anerkannter Produktionsstandort etabliert. Mit modernster Fertigungstechnologie werden dort High-Tech-Komponenten für zahlreiche Rolls-Royce Triebwerksprogramme hergestellt. Der Standort ist zudem Instandhaltungs- und Wartungszentrum für Kleingasturbinen für zahlreiche militärische und zivile Anwendungen. 

Im Rahmen des TP400-D6-Programms – der europäischen Antriebslösung für den Airbus-Militärtransporter A400M – wurde Rolls-Royce Deutschland die Zuständigkeit für technisch anspruchsvolle Module, wie zum Beispiel den Hochdruckverdichter, übertragen. Weiterhin ist Rolls-Royce Deutschland für die Systemintegration des Triebwerksprogramms verantwortlich. 

N3 Engine Overhaul Services

Rolls-Royce legte in Thüringen einen weiteren Grundstein für sein dauerhaftes Engagement in Deutschland. Gemeinsam mit Lufthansa Technik wurde in Arnstadt das Joint Venture "N3 Engine Overhaul Services" gegründet. In diesem hochmodernen Wartungszentrum werden Rolls-Royce Triebwerke der Baureihen Trent 500, 700, 900 und XWB für führende internationale Airlines instandgesetzt und überholt.